JIM-Studie:
Digitalkids verlieren
Bezug zur realen Welt

- Whatsapp führt vor Instagram
- Konsequenzen für soziale Kompetenzen
- Narzissmus, Egoismus dominieren

- Die aktuelle JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zeigt die derzeitigen Nutzungsprioritäten Jugendlicher eindrücklich – und leider auch erschreckend: 94 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren tauschen sich in Deutschland regelmäßig über WhatsApp aus.

Snapchat auf Platz 3

Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (57 Prozent), knapp dahinter liegt Snapchat mit 49 Prozent regelmäßigen Nutzern.

Damit ist das Kommunikationsverhalten Jugendlicher nunmehr komplett in die virtuelle Welt abgedriftet.

„Diese besorgniserregende Entwicklung muss zu einem Aufschrei in unserer Gesellschaft führen“, so Verbandspräsident Prof. Dr. Gerald Lembke und hauptamtlicher Professor für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

„Es ist nach der aktuellen JIM-Studie eben nicht nur die Durchdringung in der Breite der jugendlichen Zielgruppe, sondern auch in die Tiefe, gemessen in der täglichen Nutzungsdauer“, so Lembke weiter.

3 1/2 Stunden
Smartphone pro Tag

Die aggregierte Bildschirmzeit betrage in den Spitzengruppen bis zu sieben Stunden pro Tag, durchschnittlich schauten Jugendliche in Deutschland bis zu dreieinhalb Stunden täglich auf ihr Smartphone, zum größten Teil auf WhatsApp und ähnliche Dienste – und verlören somit die sie umgebende Umwelt aus dem Blick.

„Damit werden originäre Kulturtechniken wie das persönliche Aufeinanderzugehen in realen Welten für immer mehr Jugendliche schwieriger, weil diese Zeit durch die virtuelle Kommunikation substituiert wird. Das wird Konsequenzen für die sozialen Kompetenzen in nahezu allen Unternehmen mit sich bringen“, fürchtet Lembke.

„Die Zusammenarbeit zwischen Individuen, die in einer von Narzissmus, Egoismus und Entertainment dominierten Digitalwelt groß werden, wird in Zukunft die größte Herausforderung für die Wirtschaft, insbesondere für das Personalmanagement und die Führungskräfte werden. „Noch werden die jungen Leute von älteren Führungskräften angeleitet. Das mögen die Digitalkids nicht – und die Chefs auch nicht.“

Bitkom Smarte Schule
Befragung von Jugendlichen

Bitkom:
Nur jeder zehnte
Jugendliche kann
programmieren

- Bitkom-Bildungsinitiative
- offene Coding-Werkstatt
- 850 Schulen kooperieren

- Programmierkenntnisse werden in der digitalen Welt immer wichtiger, aber nur wenige können schon im Jugendalter selbst coden:
Gerade einmal jeder zehnte Jugendliche (11 Prozent) kann eigene Programme schreiben oder Webseiten erstellen, wie eine repräsentative Befragung des Verbands Bitkom unter 10- bis 18-Jährigen ergab. Um das Interesse an digitalen Technologien zu fördern, veranstalten die Bitkom-Bildungsinitiative erlebe IT und der interkulturelle Verein Mar de Colores im Rahmen der internationalen Code Week, die noch bis 22. Oktober stattfindet, eine offene Coding-Werkstatt. Informationen zu Ort, Inhalten und Anmeldung finden sich hier. Im laufenden Jahr hat erlebte IT bereits 100 Projekttage an Schulen im ganzen Bundesgebiet durchgeführt. Neben dem Heranführen an das Programmieren geht es in den Workshops und Fortbildungen, die sich an Schüler, Lehrer und Eltern richten, auch um die offene Coding-Werkstatt, wie etwa Erkennen von Fake News, Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken oder das Erstellen kreativer Videoprojekte. Mit der Initiative erlebe IT werden Kinder und Jugendliche durch entdeckendes und projektorientiertes Lernen an Digitalthemen herangeführt. Die Initiative erlebe IT setzt sich seit 2009 für die Vermittlung von Digitalkompetenzen an deutschen Schulen ein. Bundesweit kooperieren 850 Schulen mit erlebe IT. Finanziell ermöglicht wird die Initiative durch die Sponsoren Deutsche Telekom, Arvato Systems, Cisco, Datev, Deutsche Post und SAP.

Snuggly Rascals
Snuggly Rascals

Snuggly Rascals:
Stirnband-Kopfhörer
für Kinder

- acht verschiedene Motive
- Stirnband aus weichem Fleece
- Lautstärke begrenzt

- Die britischen Stirnband-Kopfhörer „Snuggly Rascals“ werden ab Ende Oktober mit acht verschiedenen Motiven im Handel erhältlich sein. Ihr Markenzeichen: Die Kopfhörer sind in ein Stirnband aus weichem Fleece integriert, größenverstellbar und auf eine unbedenkliche Lautstärke begrenzt. Ein Team von Vätern, die selbst kleine Kinder haben, verfolgte bei der Entwicklung der Snuggly Rascals ein gemeinsames Ziel: Kopfhörer zu entwerfen, die ihre Kinder lieben, die zugleich deren Ohren schützen und dabei noch bequem zu tragen sind – so waren die Stirnband-Kopfhörer Snuggly Rascals geboren. Der Name (deutsch: knuddelige Racker) ist Programm: Die Stirnbänder bestehen aus bequemem Fleece-Stoff und zeigen mit Motiven wie Pinguin, Giraffe, Monster oder Flugzeug verschiedenste kindgerechte Designs.
Snuggly Rascals
Stirnband-Kopfhörer

Die flachen Lautsprecher, deren Position verstellbar ist, sind von weichem Fleece umhüllt.

Die Lautsprecher können leicht aus dem Stirnband entfernt und dieses somit in die Waschmaschine gesteckt werden. Klebrige Finger werden also nicht zum Problem. Zudem ist die Lautstärke auf unter 85 Dezibel begrenzt. Sorgen um das lärmempfindliche Gehör der Kinder sind demnach unbegründet. Außengeräusche werden von den Snuggly Rascals ebenfalls gedämpft – ein zusätzlicher Schutzfaktor.

Die Kopfhörer sind ab Ende Oktober bei Amazon, Otto, Lidl, Real, Expert (Online) und beim Hersteller im Internet erhältlich. Preis: rund 18 Euro. Für Kinder ab drei Jahren.

Snuggly Rascals
Außengeräusche gedämpft

SCHAU HIN!:
Smartwatch nicht zur
Kontrolle von
Kindern einsetzen

- Alternative zum Smartphone
- unabsichtliche Online-Käufe
- Eingriff in Freiräume des Kindes

- Wenn Kinder auf weiterführende Schulen kommen, entscheiden sich inzwischen zahlreiche Eltern für eine Smartwatch als Alternative zum Smartphone.

Die kinderfreundlichen Modelle sollen viele Vorteile bieten: leichte Bedienung, einfache Kontaktmöglichkeit, geringe Risiken.

Eltern können sie aber auch zur Überwachung nutzen. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ empfiehlt Eltern, die Uhren nicht dafür einzusetzen, um ihre Kinder stärker zu kontrollieren. Längere Unterrichtszeiten, ein neuer und oftmals weiterer Schulweg – Eltern möchten ihre Kinder erreichen. Viele Smartwatches sind auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kind spezialisiert. Doch auch Kontroll-Funktionen wie eine GPS-Ortung sind häufig integriert. Diese Möglichkeit sollte jedoch nur in Absprache mit dem Kind und in echten Notfällen genutzt werden,

rät der Elternratgeber SCHAU HIN!. Vorteile der Uhren, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind: Die Eltern haben eine Übersicht darüber, mit wem ihr Nachwuchs telefoniert, schreibt und Sprachnachrichten austauscht, da die Kontakte vorher von den Eltern auf der Smartwatch hinterlegt werden müssen. Zum Telefonieren wird eine SIM-Karte direkt in die Uhr eingesetzt, über das Handgelenk können Anrufe erledigt und empfangen werden, ohne dass das Kind ein eigenes Mobiltelefon besitzt. Zudem ist ein Zugang zum Internet mit den Kinder-Smartwatches meist unmöglich. Damit werden unabsichtliche Online-Käufe, das Betrachten unangemessener Inhalte und die Weitergabe sensibler Daten vermieden.


Einige Modelle bieten kleine Spiele oder eine Kamerafunktion an. Schulleitungen haben die technische Entwicklung dabei genau im Blick – in manchen Schulen müssen Kinder fortschrittlichere Modelle, etwa mit Internetzugriff und Nachrichtenfunktion, bei Klausuren bereits abgeben. Überwachungsmöglichkeiten in Smartwatches wie GPS-Ortung oder „Voice Monitoring“ – bei dem die Eltern die Umgebungsgeräusche des Kindes hören, selbst aber nicht gehört werden können – stellen einen Eingriff in die Freiräume des Kindes dar. Sie sollten daher nur in Ausnahmefällen und nicht ohne Einverständnis des Kindes genutzt werden. Im schlechtesten Fall kann das Vertrauen zwischen Eltern und Nachwuchs nachhaltig beeinträchtigt werden.